Das Data-Point-Modell der EBA im Supervisory Reporting

eba_data-point-modell-erklärung

Das Data-Point-Modell (DPM) der European Banking Authority (EBA) ist die Spezifikation eines abstrakten Datenmodells von inzwischen 59.212 Datenpunkten (DPM Release 2.5.0.1)

Datenpunkte werden dabei durch eine Vielzahl verschiedener Parameter mit unterschiedlichsten Ausprägungen spezifiziert. Die Kombination der verwendeten Parameter und deren Ausprägung definiert in Summe einen einmaligen Datenpunkt, dem ein Wert zugeordnet werden kann.

Das DPM wird durch die EBA fortwährend weiter entwickelt. Aktuell liegt ein Enticklungsfokus unter anderem auf den Supervisory Benchmarking Portfolios, sowie auf FINREP Part 4. Durch die fortwährende Weiterentwicklung veröffentlicht die EBA regelmäßig Updates des DPMs. Das jeweils aktuellste DPM gibt es direkt auf der Seite der European Banking Authority.

Durch eine gewisse Beziehungsstruktur zwischen den Datenpunkten, ausgedrückt unter anderem durch Frameworks, Tabellen und Templates ist es möglich sogenannte Meldebögen zu rendern. Dabei verwendet Baresto die Strukturdaten des DPMs und stellt diese in lesbaren Sturkturen dar.

Im Anschluss an das Rendern der Meldebögen und die Ausfüllung von Daten müssen diese wieder an die EBA übermittelt werden. Diese Übermittlung übernimmt in Deutschland die Bundesbank, Meldungen aus dem Supervisory Reporting der EBA müssen also über das ExtraNet der Bundesbank hochgeladen werden. Die Übermittlung der zu meldendenden Daten erfolgt dabei in Form von XBRL Files.


Datenübermittlung an Bundesbank und EBA in Form von XBRL

XBRL ist der zu verwendende Standard wenn es um die Übermittlung von Meldedaten an die Bundesbank geht. Für das gesamte Supervisory Reporting der EBA, welches in Deutschland via ExtraNet an die Bundesbank gemeldet wird, gibt es ausschließlich XBRL als Datenformat.

XBRL wird fortwährend weiterentwickelt von XBRL International mit Sitz in den USA. XBRL International ist ein not-for-profit consortium welches sich aktuell aus ungefähr 600 öffentlichen und privaten Organisationen zusammensetzt. Gemeinsam arbeiten diese Mitglieder beständig an der Verbesserung von XBRL.

Eine vollständige Spezifikation von XBRL findet sich auf einer eigenen Webseite von XBRL International unter http://specifications.xbrl.org/. Eine XBRL Datei besteht aus diversen Elementen. Dazu gehören unter anderem Dimensionen und Domains. In der Spezifikation von XBRL findet man alle erdenklichen Details zu jedem XBRL-Element. Es gibt beispielsweise eine Spezifikation ausschließlich zu XBRL Dimensions.

Da es sich bei XBRL um eine erweiterbares Datenformat handelt, hat die EBA aufbauend auf dieser grundsätzlichen Spezifikation eigene Erweiterungen vorgenommen. Die EBA spezifiziert die eigenen Anforderungen in den PDF EBA XBRL Filing Rules v4.1.

Baresto berücksichtigt bei der Erstellung von XBRL-Files sowohl die grundsätzlichen Anforderungen seitens XBRL International, als auch die Erweiterten der EBA. Aus diesem Grund ist Baresto in der Lage sowohl XBRL aus den Daten zu erzeugen, als auch vorhandene XBRL-Files zu lesen und die enthaltenen Datenpunkte in die gerenderten Tabellen zu übertragen.


Elemente jedes Datenpunktes

datapoint sample in xbrl asset encumbranceDer nebenstehende Auszug aus einer XBRL-Datei der Asset-Encumbrance zeigt exemplarisch einen Datenpunkt. In diesem Fall handelt sich um einen Datenpunkt vom Bogen F 34.00.c der für die Währung EUR konfiguriert wurde. Dieser Datenpunkt setzt sich aus 5 explicitMember zusammen und einem typedMember.

Im DPM gibt es aktuell genau 126 verschiedene Dimensionen und 47 verschiedene Domains und 2894 verschiedene Member (Ausprägungen) (DPM 2.5.0.1). Nicht jede Dimension ist mit jeder Domain und jeder Ausprägung kombinierbar, aber die Idee hinter XBRL ist genau diese Vielschichtigkeit an Informationsgehalt. Das Ziel des XBRL Datenformates ist nicht die Darstellung von Daten in einfach lesbarer und verständlicher Struktur, sondern es geht um die strukturierte Übertragung von Daten angereichert um beliebige Dimensionen weiterer Informationen. Eine manuelle Annhäherung an den Inhalt einer XBRL Datei und die darin enthaltenen Informationen ist also nicht möglich. Die Daten einer XBRL Datei kann man nur verstehen wenn man über eine entsprechende Software verfügt.

Am Beispiel des vorstehenden Datenpunktes und der ersten beiden Member und soll ein kurzer Einblick in die Semantik von XBRL in Kombination mit dem DPM erfolgen.


xbrldi:typedMember dimension=”eba_dim:CUS”

asset encumbrance typed memberDie Dimension CUS aus dem Term dimension=”eba_dim:CUS” steht dabei gemäß DPM für Currency with significant liabilities.

Der Datenpunkt meldet also für die Dimension Currency with significant liabilities = CUS auf der Domain Currency = CU die Ausprägung EUR. Da es sich dabei um eine manuelle Konfiguration handelt, weil der User definiert hat, dass er den Bogen F 34.00 für EUR melden möchte, ist dieser Teil des Datenpunktes als typedMember deklariert.


xbrldi:explicitMember dimension=”eba_dim:CSC”

asset encumbrance explicit memberDas zweite Member diesen Datenpunktes meldet die Ausprägung x2 auf der Domain CS und der Dimension CSC. Schaut man ins DPM stellt man fest, dass damit gemeint ist, dass der Datenpunkt einen Bezug zur Dimension Contingent scenario/Assumptions used = CSC und der Domain Contingent scenario = Defines the contingent scenarios whose impact is reported = CS mit der Ausprägung Depreciation of a significant currency by 10% = X2 hat.

Da es sich bei diesem Datenpunkt Member nicht um ein manuell konfigurierbares Member handelt, sondern um einen festen, unveränderlichen Bestandteil, findet eine Kennzeichnung als explicitMember statt.

Das alles ist natürlich sehr abstrakt und ergibt für sich betrachtet nur bedingt einen Sinn. Durch die Vielzahl an Zellen eines Meldebogen und die Multidimensionalität der dahinter stehenden Datenpunkte ergeben sich letztendlich aber vielfältige Arten von Informationen die aus dieser Struktur mit geeigneter Software ausgelesen werden können. XBRL wurde aber ganz offensichtlich nicht dazu entworfen, die Daten “human readable” zu gestalten.


Technische Herausforderungen im Supervisory Reporting

Das Supervisory Reporting der EBA wird für deusche Institute maßgeblich durch drei verschiedene Instanzen bestimmt, die jeweils unabhängig voneinander Spezifikationen ändern können!

  • European Banking Authority definiert das DPM und die Validierungsregeln und veröffentlicht zu beiden Spezifikationen unabhängig voneinander regelmäßig Updates. Definiert außerdem die sogenannten EBA XBRL Filing Rules v4.1 und veröffentlicht zu diesen Updates.
  • XBRL International betreibt die kontinuierliche Weiterentwicklung des XBRL-Standards
  • Deutsche Bundesbank übernimmt die Vorgaben der EBA und erweitert diese beispielsweise um die Anforderung des Deutschen Headers innerhalb des XBRL Headers.

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